Als Trageberaterin auf der Baby-Welt in Dresden

Vor ein paar Wochen bin ich beim täglichen Durchstöbern der Neuigkeiten auf meinem Facebook-Account auf die Veranstaltung „Babywelt“ in Dresden gestolpert und dachte: woooohooo! Eine Messe über Babys und den ganzen Kram in fahrbarer Nähe; da bin ich dabei! Dann kann ich schmökern und stöbern und einen Blog-Eintrag schreiben. Dann waren die Jungs krank, eine Woche später auch Mama und die Erinnerung auf Facebook, dass es da bald eine Veranstaltung  gibt, bei der ich „vielleicht“ geklickt hatte, haben mich etwas frustriert. Was soll ich sagen, kaum hatte ich es für mich abgeschrieben, gibt’s bei besagter Plattform ein Gewinnspiel und tata: Julchen, das sonst nie auch nur das kleinste Püpschen gewinnt, erhält die Nachricht, dass sie 2 Freikarten für die Babywelt bekommt. Riesen Grinsen im Gesicht stellt sich natürlich die Frage, wer 2 Tage vorher sagt: klar begleite ich dich und schieße ein paar Fotos für deine Homepage, also gleichzeitig 5 Leute gefragt und gehofft, dass 4 eh nicht können...

 

Samstag Morgen dann strömender Regen, also perfektes Wetter für eine Indooraktivität. Die Jungs schaffen es ein paar Stunden ohne Mama, also: Hallo Dresden! Zum Glück ist das Messe-Gelände ganz einfach mit dem Auto zu erreichen (seid ihr in DD schon mal Auto gefahren? Ich kann euch sagen: Horror!) und ich musste keine tausend Tode sterben um da hin zu kommen.  

 

Da stand ich dann also: Freikarten vorgezeigt und los geht’s! Keine 2 Meter gegangen treffe ich auf den Stand von Helden-Tragen, bei denen ich selbst schon einige Male bestellt und nette Konversationen per Mail geführt habe.

 

Meine persönlichen Gewinner: Limas und Buzzidil

Dort wollte ich natürlich Sachen testen, testen, testen. Zwar habe ich die meisten Tragehilfen schon mal probiert, aber ich muss immer wieder feststellen, dass die Erinnerungen verschwimmen. Wenn ich in der Beratung zu einer bestimmten Tragehilfe gefragt werde, muss ich manchmal schon ziemlich im Hinterstübchen kramen um mich zu erinnern, was wie wo. Und, Leute was soll ich euch sagen? Das war irgendwie ein riesiger Fehler! :D Zunächst die Limas: angeschaut, befühlt und gedacht: HAMMER! Was hat mich daran so umgehauen? Zunächst kann man die ja tatsächlich von beiden Seiten anlegen. Das heißt wenn man, wie ich, nicht immer das gleiche Design zur Schau tragen will, dreht man die einfach um und hat: zack, eine ganz anders aussehende Trage für diesen Tag! Dann kann man die auch wirklich laaaange nutzen. Da kann man nämlich nicht nur den Steg verstellen, sondern auch die Länge des Rückenteils. Erst hab ich die Trageberaterin am Stand ja ganz dusselig gefragt: „und das ist jetzt das Toddler-Modell oder?“, weil die mir so groß vorkam… Und der Stoff ihr Lieben, der fasst sich wunderbar an, nach dem Anlegen war es dann auch schon vollends um mich geschehen: echt bequem! Auffächerbare Träger sorgen, wie bei den WrapCons üblich, für eine optimale Gewichtsverteilung, gepimpt mit Polstern für die Schultern, dürfte auch das Tragen von schweren Kindern über eine längere Zeit überhaupt nicht unbequem werden. Und allein auch schon das Logo ist so zuckersüß, dass ich mich damit auf der Stelle in die Öffentlichkeit begeben würde…

 

Die nächste getestete Trage, war dann der Wrapidil von Buzzidil. Noch vor ein paar Wochen habe ich mit meiner Trageberater-Kollegin hier in Jena debattiert, dass wir uns die Buzzidil nicht zulegen werden, weil es einfach nichts so Neues ist und man das auch gut mit anderen Tragehilfen vergleichen kann. Also, erst mal unnötig fürs Beratersortiment, obwohl die ja mit ihren niedlichen Designs schon ein echter Hingucker sind… Nun, ich lerne ja immer gern dazu. Meine Anfragen nach Beraterkonditionen bei Buzzidil und Limas sind schon raus… Denn auch die Wrapidil hat mich ganz und gar überzeugt. Ebenfalls eine WrapCon aus herrlich angenehmem Tragetuchstoff, die man super lange nutzen und innerhalb der großen Spanne immer optimal einstellen kann. Sehr angenehm fand ich persönlich übrigens auch die vergleichsweise schmalen Schnallen, sowohl bei der Limas als auch der Wrapidil. Die MySol bekommt nun in meinen Beratungen also echte Konkurrenz! Und sobald es der Geldbeutel zulässt, wird das Sortiment wachsen.

 

Kokadi-Liebe und BabyBjörn auf die Probe gestellt

Der Stand von Kokadi hat mich dann auch gleich als Nächster gelockt. Im Vergleich zu den anderen beiden WrapCons konnte der WrapTai ehrlich gesagt für mich nicht mithalten. Und auch wenn ich den TaiTai wirklich liebe, wird das Kokadi-Sortiment bei mir zunächst keinen Zuwachs bekommen.  Dass der Flip von vielen abgelehnt wird, kann ich nach Selbsttest durchaus nachvollziehen und auch wenn die Erna mir absolut gut gestanden hat, darf vorerst kein neues Tuch hier einziehen… Meine heimlich gehegte Hoffnung den Aqua-Tai oder den Aqua-Sling auf der Messe zum Vorzugspreis abzustauben wurde leider enttäuscht, da leider keine der Produkte aus der Aqua-Serie mit zur Messe gereist waren. L Trotzdem war der Stand natürlich ein Augenschmaus und die Mitarbeiter dort sehr lieb, weshalb wir auch da Spaß hatten…

 

Danach ging es zum Stand von BabyBjörn der im Vergleich zu den anderen beiden ziemlich groß war und ich tatsächlich Platz zum Probieren hatte. Dort habe ich mich nicht als Trageberaterin zu erkennen gegeben und mir mal angehört wie Unwissende von diesem Tragesystem überzeugt werden. Wusstet ihr dass man mit überspreizten Beinen mehr Bewegungsfreiheit hat? Nein? Ich auch nicht. Aber deshalb wird laut Aussage der Hebamme die mir die Trage präsentiert hat, beim BabyBjörn bewusst auf die korrekte ASH verzichtet. Auch das Tragen der Babys mit dem Gesicht nach vorn, wurde dort als ganz und gar unproblematisch erläutert und erst auf mein Nachfragen hin, hat die Ansprechpartnerin am Stand etwas zurück gerudert und bemerkt, dass sie auf so einer Messe jetzt auch nicht nach vorn tragen würde.  Gefallen hat mir dort aber, dass man die Träger ziemlich leicht auch nur mit einer Hand lockern kann, was bei den Schnallen von Manduca und Co manchmal ein wenig kniffelig ist. Die neue Tragehilfe der letztgenannten Firma und auch die Cybex konnte ich leider nicht testen, obwohl die mich am meisten interessiert hätten.  

 

Beim Tragenetzwerk habe ich mich dann noch einmal für die Freikarten bedankt und mich erkundigt wann und wo es Weiterbildungen für mich als Trageberaterin geben wird, weil ich für euch natürlich auf dem neuesten Stand bleiben möchte. 

Ein durchaus gelungener und sinnvoll gestalteter Vormittag also, der meinen Geldbeutel schmälern, mein Sortiment und Wissen jedoch wachsen lassen wird.

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